Vollkasko

Im Gegensatz zur KFZ-Haftpflichtversicherung ist der Abschluss einer Vollkasko nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Vollkasko kann vom Versicherungsnehmer optional zur Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Durch die Vollkasko werden Schäden am eigenen Fahrzeug abgedeckt, inklusive derer, die aufgrund eines selbst verschuldeten Unfalls entstanden sind.

Leistungsumfang der Vollkasko

Die Vollkaskoversicherung beinhaltet bereits alle Leistungen der Teilkaskoversicherung. Rein rechtlich handelt es sich dabei um zwei getrennte Vertragsbestandteile. Die Teilkasko deckt Schäden ab, die aufgrund eines elementaren Ereignisses entstanden sind.

Die Leistungen der Teilkasko im Einzelnen:

  • Schäden aufgrund Brand oder Explosion
  • Schäden durch Blitzschlag
  • Hagelschäden
  • Überschwemmungen
  • Wildunfälle durch Haarwild bzw. Schäden durch andere Tiere
  • Schäden durch Marderbisse

Dabei kann es je nach gewähltem Tarif zu Unterschieden betreffs der einzelnen Leistungen kommen. So sind Schäden aufgrund eines Marderbisses nicht durch alle Policen abgedeckt. Zudem werden bei einigen Tarifen nur Wildschäden durch Haarwild übernommen, während andere Versicherungen auch Schäden aufgrund von Unfällen mit anderen Tieren regulieren.

Zusätzlich zu den Leistungen der Teilkasko werden folgende Schäden übernommen:

  • Schäden am eigenen Fahrzeug aufgrund eines selbst verschuldeten Unfalls
  • Schäden, welche durch Vandalismus entstanden sind

Leistungsausschlüsse und Einschränkungen

Von einer Leistung ausgenommen sind generell Schäden, die aufgrund von Unfällen unter Alkohol oder Drogeneinfluss entstanden sind. Zudem können die Leistungen im Falle einer groben Fahrlässigkeit eingeschränkt werden. Als grob Fahrlässigkeit gilt beispielsweise das Überfahren einer roten Ampel oder das Telefonieren während der Fahrt ohne Fernsprecheinrichtung. Die KFZ Versicherung darf zwar eine Leistung nicht komplett verweigern, sie kann den Versicherungsnehmer jedoch je nach Schwere dessen Vergehens an den Kosten beteiligen.
Einige Versicherungen bieten auch Tarife an, welche auf die Einrede bei grober Fahrlässigkeit verzichten. Bei diesen wird dann ein Schaden auch bei grober Fahrlässigkeit komplett durch die Versicherung übernommen.

Im Falle eines Diebstahls oder Totalschadens übernehmen Versicherungen nur für einen bestimmten Zeitraum den Neuwert. Danach sind diese nur zur Übernahme des Zeitwerts verpflichtet. Um einen finanziellen Verlust zu vermeiden sollte man deshalb beim Abschluss der Vollkaskoversicherung darauf achten, dass diese einen Neuwertzusatz enthält. Die Versicherung erstattet dann für den vereinbarten Zeitraum immer den Neuwert unabhängig davon, wie hoch der aktuelle Zeitwert ist. Je nach Versicherung kann ein Zeitraum zwischen 6 Monaten und 3 Jahren gewählt werden, in dem der Neuwert übernommen wird.

Die Prämie hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Typklasse des versicherten Fahrzeugs
  • Regionalklasse des Zulassungsbezirks
  • Schadenfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers
  • Höhe der gewählten Selbstbeteiligung
  • Weiche Tarifmerkmale je nach Versicherung

Die Typ und Regionalklasse zählen zu den objektiven Tarifmerkmalen. Der Versicherungsnehmer hat darauf nur in begrenztem Maße Einfluss. Die Einstufung erfolgt aufgrund von statistischen Werten betreffs der Schadenshäufigkeit eines bestimmten Fahrzeugmodells oder einer bestimmten Region. Dabei erfolgt für die Teil- bzw. Vollkasko eine getrennte Einstufung in die Typ- und Regionalklasse.

Die Schadenfreiheitsklasse gibt Auskunft, wie lange ein Versicherungsnehmer bereits unfallfrei gefahren ist. Pro schadensfreiem Jahr rückt der Versicherungsnehmer eine Schadenfreiheitsklasse höher. Nach einer erfolgten Regulierung kann die Rückstufung jedoch auch um mehrere Stufen erfolgen. Versicherungsnehmer, welche erstmals eine Vollkaskoversicherung abschließen, können die Schadenfreiheitsklasse aus der Haftpflichtversicherung übernehmen.

Die sogenannten weichen Tarifmerkmale ergeben sich aus den Lebensumständen des Versicherten. Hierzu zählen beispielsweise das Alter des Versicherungsnehmers, die jährliche Kilometerleistung oder die Anzahl der Fahrer welche das versicherte Fahrzeug benutzen. Auch der Beruf des Versicherungsnehmers oder der Abstellplatz des Fahrzeugs können sich auf die Höhe der Prämie auswirken. Welche Rabatte gewährt werden und wie hoch diese ausfallen hängt von der jeweiligen Versicherung ab. Versicherungsnehmer sollten deshalb vor dem Abschluss immer einen genauen Versicherungsvergleich vornehmen, um eine günstige Vollkaskoversicherung zu finden.

Versicherungsnehmer können eine günstige Kaskoversicherung abschließen, indem Sie eine entsprechende Selbstbeteiligung vereinbaren. Kommt es zu einem Schadensfall, übernimmt die Versicherung alle Schäden, die über die vereinbarte Selbstbeteiligung hinausgehen. Je höher die gewählte Selbstbeteiligung, desto günstiger fallen in der Regel die Beiträge aus. Allerdings sinkt die Prämie ab einer bestimmten Selbstbeteiligung prozentual nur noch gering. Zu beachten ist außerdem, dass für die Teil- und Vollkasko getrennte Selbstbeteiligungen festgelegt werden. Eine gängige Kombination ist eine Selbstbeteiligung von 150 Euro für die Teilkasko und 300 Euro für die Vollkasko. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Ersparnis von 27 Prozent auf die Versicherungsprämie.

Vollkasko kann günstiger sein als Teilkasko

Da eine reine Teilkasko ausschließlich Schäden aufgrund von elementaren Ereignissen übernimmt spielt der Schadenfreiheitsrabatt hier keine Rolle. Deshalb kann eine günstige Vollkaskoversicherung mit hohem Schadenfreiheitsrabatt billiger sein als eine reine Teilkasko. Im Rahmen eines Versicherungsvergleichs lässt sich für jeden Versicherungsnehmer der individuell günstigeTarif finden. Dabei werden die Faktoren, die einen Einfluss auf die Prämienhöhe bei der Vollkasko haben berücksichtigt. Zudem kann der Versicherte genau bestimmen, welche Leistungen abgesichert werden sollen.

Wann lohnt eine Vollkaskoversicherung?

Für Neufahrzeuge oder hochwertige Gebrauchtwagen ist eine Vollkaskoversicherung unbedingt zu empfehlen. Wird ein Fahrzeug geleast bzw. finanziert wird zudem der Abschluss einer Vollkasko zumeist vorgeschrieben. Ab welchem Zeitpunkt sich eine Vollkaskoversicherung nicht mehr lohnt, hängt von den Bedürfnissen des Versicherungsnehmers ab. Generell sollte der Beitrag der Versicherung in einem gesunden Verhältnis zum aktuellen Wert des versicherten Fahrzeugs stehen.

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